Das Europäische Zentrum für Erneuerbare Energie Güssing (EEE) ist seit über 15 Jahren auf dem Sektor der Erneuerbaren Energie tätig und war maßgeblich an der Umsetzung des „Modells Güssing“ beteiligt. Das Modell Güssing ist ein innovatives Beispiel, wie sich eine Gemeinde von der Abhängigkeit fossiler Energieträger lösen und sein Energiesystem auf eine dezentrale Ebene stellen kann. Diese Ebene hat vor allem den Vorteil, dass regional vorhandene Ressourcen genutzt, regionale Wertschöpfung geschaffen und zusätzlich auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Aus den Erfahrungen aus dem Modell Güssing heraus, bietet das EEE nun auch für andere Regionen und Kommunen die Erstellung von sogenannten Energieentwicklungsplänen an. Diese Energieentwicklungspläne sind die Basis für eine Umstellung des Energiesystems und somit der erste Schritt in Richtung Unabhängigkeit.

 

Ist meine Gemeinde/Region an einer Energiestrategie interessiert?

Sie können die Entscheidung zu einer Beauftragung des EEE durch den folgenden möglichen Ablauf erleichtern:

  • Grundsatzbeschluss

    Ihre Gemeinde bzw. Ihre Region - was meist vorteilhafter ist, da man über mehr Ressourcen verfügen kann, aber andererseits auch wieder komplizierter ist, da alle Gemeinden an einem Strang ziehen müssen - bekunden/bekundet das grundsätzliche Interesse, eigene erneuerbare Energieressourcen zu verwenden, um unabhängiger zu werden, Arbeitsplätze zu schaffen und die regionale Wertschöpfung zu steigern.

  • Vor-Ort Besichtigung und Sensibilisierung

    Eine Abordnung der Gemeinde bzw. Region besucht Güssing im Rahmen einer Führung. In einer Präsentation wird zuerst die Entwicklung der Erneuerbaren Energie in Güssing nachgezeichnet und das so genannte „Modell Güssing“ erklärt, das heißt die Strategie der dezentralen, lokalen Energieerzeugung mit allen vorhandenen erneuerbaren Ressourcen einer Region wird erläutert Im Anschluss an diese Präsentation erfolgt die Besichtigung der Energieerzeugungsanlagen in und um Güssing.

  • Expertengespräche und Orientierungshilfen

    Auf Wunsch gibt es dann auch noch die Möglichkeit, in einem Expertengespräch konkret auf die Bedürfnisse und besonderen Gegebenheiten der betreffenden Gemeinde einzugehen. Dabei kann man bereits anhand bestimmter Grunddaten (Einwohnerzahl, Fläche, Anzahl der Beschäftigten) erste Orientierungshilfen geben. Es wird außerdem erklärt, welche Schritte von Seiten der Gemeinde erforderlich sind, wie groß in etwa der finanzielle Aufwand sein wird, wie lange es dauert, wer sich an der Umsetzung beteiligen sollte und dass es für die Erstellung so eines Konzeptes auch Fördermöglichkeiten gibt, die von Bundesland zu Bundesland verschieden sind. Bei weiterem Interesse seitens der Gemeinde sind natürlich vertiefende Gespräche jederzeit möglich.

 

Die Energiekonzepte werden je nach Größe und Zielrichtung individuell an jede Region/Gemeinde angepasst und beinhalten grob folgende Arbeitsschritte:

  1. Analyse des energetischen Ist-Zustandes der Gebäude in der Gemeinde (private Haushalte und öffentliche Gebäude).

    Nur wenn die örtlichen Energieverbrauchsdaten und Strukturen bekannt sind, können gezielte und realistische Maßnahmen erarbeitet werden, die genau auf die Bedürfnisse der Gemeinde/Region abgestimmt sind.

  2. Einführung einer begleitenden Energiebuchhaltung

    Für die Gemeinden selbst ist die Einführung einer begleitenden Energiebuchhaltung für gemeindeeigene Gebäude geplant, sodass Rückschlüsse auf das Verbraucherverhalten sowie die Güte des Gebäudes gezogen werden können.

  3. Beschreibung der energetischen Ist-Zustandserhebung der Betriebe

    Grundsätzlich ist es geplant, Erhebungen auch in Betrieben durchzuführen. Ähnlich wie bei den privaten Haushalten als auch den öffentlichen Betrieben werden standardisierte Fragebögen zur Anwendung kommen.

  4. Potentialabschätzung

    Das Wissen über mögliche Einsparungspotentiale und eventuell verfügbare Potentiale an erneuerbaren Energieträgern ist für die Erarbeitung eines Energiekonzepts von besonderer Bedeutung.

    Einsparpotentiale
    Auf Basis der Erhebungen in den privaten Haushalten sowie den öffentlichen Gebäuden- und Anlagen werden Sparpotenziale berechnet.

    Potentiale für erneuerbare Energieträger
    Für die Erhebung der Potentiale von erneuerbaren Energieträgern wird auf verschiedene Daten und Verfahren zurückgegriffen (Luftbildanalysen, klimatische, forstliche und agrarische Daten).

  5. Erfahrungsaustausch mit innovativen Gemeinden

    Im Zuge des Projektes können die Erfahrungen von Güssing aufgenommen und übertragen werden. Der Vorteil dabei ist, dass nicht nur umfangreiches Know-how im Güssinger Energienetzwerk zur Verfügung steht, sondern dass auch praktische Erfahrungen bei der Umsetzung von Energieerzeugungsanlagen weitergegeben werden können.

  6. Erstellung eines konkreten Maßnahmenkataloges

    Im Rahmen eines breiten Diskussionsprozesses sollen konkrete, bewertbare Ziele und Maßnahmen abgeleitet werden, welche sich auf einen kurz-, mittel- und langfristigen Zeithorizont beziehen, als auch rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen berücksichtigen.

  7. Öffentlichkeitsarbeit

    Wenn es durch die Öffentlichkeitsarbeit gelingt, in der Bevölkerung eine Bewusstseinsänderung herbeizuführen, kann eine nachhaltige ökologische Energieversorgung sichergestellt werden.

  8. Kommunikation der Ergebnisse

    Begleitende Information über einzelne Arbeitsschritte und deren Ergebnisse, sowie Präsentationen bei erreichten Zielen schaffen ein Klima, welches zur Mitarbeit und zum Mittragen von Beschlüssen einlädt.

 

Kontakt:

Energiemanagement und Energiekonzepte:

DI Andrea Moser, Tel: +43 3322 9010-85060

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